Philosophie

Das Hören ist der erste Sinn, der uns mit der Welt verbindet – und oft der letzte, der uns verlässt. In dieser elementaren Qualität liegt die besondere Kraft der Musik. Sie begleitet uns durch alle Lebensphasen und berührt auf einer Ebene, die jenseits von Sprache liegt.

Das Besondere an der Musik ist ihre Unmittelbarkeit. Wenn wir uns ihr ganz zuwenden, kann sie zu uns selbst führen.

Musik ist etwas zutiefst Elementares, Archaisches. Sie gehört zu den frühesten kulturellen Ausdrucksformen der Menschheit. In dieser Tiefe wirkt sie auch heute noch: Selbst dort, wo kognitive Zugänge eingeschränkt sind, kann Musik zu einem Weg der Verbindung werden, nach außen wie nach innen.

Heute wird Musik oft genutzt – aber selten zugehört. In einer Zeit ständiger akustischer Präsenz ist Musik allgegenwärtig. Sie begleitet unseren Alltag beiläufig, fragmentiert, ohne wirkliche Aufmerksamkeit.

Musik bewusst zuhören (und spielen) bedeutet Innehalten – ein Ereignis, ein gemeinsamer Moment der Wahrnehmung.

Dieses bewusste Hören bildet den geistigen Hintergrund von contemplation.

contemplation versteht sich in diesem Sinne als Beitrag zur Bewusstseinsentwicklung: durch konzentriertes Hören, durch Präsenz, durch die Begegnung mit Musik als Kunst und Seelennahrung.

contemplation arbeitet mit Kompositionen aus dem 12. bis 20. Jahrhundert von bekannten und weniger bekannten Meistern wie Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Heinrich Ignaz Franz Biber, Joseph Maria Dall'Abaco, Imogen Holst und Pablo Casals. Musik wird dabei als Gegenüber verstanden: als Kunstwerk, dem man sich bewusst zuwendet.